Österreichische Konzerne profitieren durch Landraub in Brasilien

An die 200 österreichische Firmen und Konzerne haben Niederlassungen in Brasilien. Darunter die zwei oberösterreichischen Konzerne Voest Alpine und Lenzing AG. Sie rühmen sich mit Schlagworten wie Nachhaltigkeit und Klimaneutralität, profitieren jedoch von Landraub und Waldrodung.

Die Voest Alpine betreibt gleich fünf Standorte in Brasilien, darunter ihr Zweig Profilform. Dieser produziert Rohre und Profile und baute seine Monopolstellung unter anderem mit den Werken in Brasilien deutlich aus. Nicht nur das, auch die Edelstahltochter Böhler-Uddeholm beutet seit mehr als 80 Jahren in Brasilien aus und wurde mit einer Produktion von 88 Mio. Tonnen Spezialstahl und einem Umsatz von 437 Mio $ der größte Spezialstahlhersteller in ganz Lateinamerika. Sie beliefern unter anderem Fahrzeughersteller, welche ebenfalls die Profitinteressen ausländischer Konzerne bedienen. 2004 übernahm die Voest Tochter den „lokalen“ Edelstahlkonzern Villares Metals Insumarè bei Campinas, von der spanischen (!) Sidenor-Gruppe, was einmal mehr verdeutlicht, dass die brasilianische Wirtschaft zu größten Teilen fest in den Händen ausländischer Konzerne ist.

Nicht anders verhält es sich mit dem Lenzing Konzern, der oberösterreischische Faserhersteller. Dieser hält nicht damit zurück „mit der Produktion in Brasilien einen strategisch wichtigen Markt erobert“ zu haben und brüsten sich zudem mit „Klimaneutralität“ und Nachhaltigkeit. Stefan Doboczky, Vorstandvorsitzender der Lenzing Gruppe verkündet dazu: „Strategisch sind wir weiterhin voll auf Kurs und die Umsetzung der Schlüsselprojekte in Brasilien und Thailand verläuft unverändert nach Plan. Mit unseren Unternehmensprioritäten verfolgen wir konsequent ein großes Ziel, nämlich eine CO2-Emissionsfrei Zukunft zu verwirklichen.“ Verwirklichen können sie aber ihre Produktion nur durch die „konsequente“ Ausbeutung der brasilianischen Bevölkerung, deren Ressourcen und vor allem durch den Raub von Land. Unterstützung bekommen sie dabei vom Holzproduzenten Duratex, welcher der acht größte Holzproduzent weltweit ist und der größte Holzproduzent Lateinamerikas. Duratex wird Lenzig dabei zur Seite stehen, hauptsächlich Land und Waldbesitz zu liefern! Der Grund für die „reibungslose“ Landnahme (das neue Werk von Lenzing beträgt 44.000 Hektar!) liegt unter anderem darin, dass das brasilianische Parlament mit einem Drittel aus Vertretern der Agro Wirtschaft bestückt ist. Die Landwirtschaftsministerin selbst war davor in der Agroindustrie (Landwirtschaft/Holzwirtschaft) tätig.

Wie zentral der Kampf um das Land ist verdeutlicht weiter, dass die Agroindustrie als der „mächtigste“ Sektor betitelt wird, sowohl ökonomisch als auch politisch. Der österreischische Konzern Lenzing putzt sich dabei ab, produziert „sauber“, greift jedoch auf Ressourcen zurück die der brasilianischen Bevölkerung gestohlen wurden und blutig verteidigt werden. Gerade der Bundesstaat in dem er produziert, Minas Gerais ist schon historisch ein wichtiges Gebiet der Bewegung und Kämpfe von armen und landlosen Bauern.

Diese Konzerne profitieren von Regierungen, die alles, auch zahlreiche Leben ihrer eigenen Bevölkerung in Kauf nehmen, um ausländische Kapitalinteressen zu bedienen. Der Landraub, die Vertreibung und Verfolgung der armen Bauern, stehen im engen Zusammenhang mit den „Erfolgsgeschichten“ auch österreichischer Konzerne!

Quelle: industriemagazin.at // lenzing.com // meinbezirk.at // noev1.orf.at // fuw.ch //

Bild: https://www.meinbezirk.at/voecklabruck/c-wirtschaft/lenzing-baut-faserzellstoffwerk-in-brasilien_a3836520#gallery=default&pid=22467729

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