Der Alltag des Terrors gegen die Bauern des Camps Manoel Ribeiro

Die kämpfenden Bauernfamilien im Camp Manoel Ribeiro stehen unter andauernder und krimineller Gewalt durch den Staat Brasilien und dessen Handlanger, der Militärpolizei. Jede Möglichkeit der Verleumdung, die sich der brasilianischen Regierung, und besonders der von Rondonia, bietet, wird von den Herrschenden ergriffen um die Kämpfenden als kriminelle Landräuber darzustellen und gleichzeitig in ihren aggressiven Angriffen auf das Camp, das Leben der Bewohner als Arbeiter komplett außer Acht zu lassen. Besonders in den Medien werden die Meldungen der Bauern in Manoel Ribeiro verzerrt dargestellt.

Der Alltag der kämpfenden Bauernfamilien im Camp gestaltet sich auf Grundlage der stetigen Terrorisierung durch Kräfte von außen, die in Interesse der Reichen und Herrschenden agieren. Schon seit langer Zeit werden in Brasilien Bauern und Ureinwohner bewusst ermordet, um ihnen ihr Land zu stehlen und dieses durch Großgrundbesitzer weiter zu verwalten.

Seit August 2020 kam es immer wieder zu Angriffen der Militärpolizei auf die Bewohner des Camps. Mit Gummigeschossen, Bomben, Pfeffergas und sogar mit scharfer Munition wird versucht, die Bauern aus dem Gebiet der früheren Großgrundbesitzerfarm Santa Elina zu vertreiben – doch sie stoßen jedes Mal auf Widerstand. Sei es morgens, mittags, abends oder die ganze Nacht hindurch, die Bauernfamilien wehren sich weiterhin mit aller Kraft.

Im Auftrag der Landbesitzer des Gebietes wurde am 15. April der Bauer Jerlei in der Gegend Tiago dos Santos kaltblütig ermordet. Ein weiterer Toter, der neben der anhaltenden Repression der Polizei gegen die Bauern, die Gefahr der Situation der Bauernfamilien im Camp ein weiteres Mal unterstreicht. Andere Repressalien beinhalten illegale Hausdurchsuchungen von Lehrern des Camps, sowie Drohbotschaften an diese. Es ist keine Seltenheit, dass die Polizei in diesem Gebiet bestimmten Personen nachspioniert und diese nachts illegal in ihren Häusern überfällt. In Corumbiara und Chupinguaia wurden einige Personen der Bauernbewegung illegal verhaftet und an einen 130 km weit entfernten Ort gebracht, wo sie von der Polizei verhört und nach Informationen über Anführer der Bewegung und vermeintliche Waffen im Lager ausgefragt wurden.

In den Tagen vor dem 30. April kam es zu einer verstärkten Kriminalisierung des Kampfes der armen und landlosen Bauern. Eine Bäuerin und Unterstützerin der Bewegung erhielt eine Drohnachricht über Whatsapp, die neben einem Bild einer Pistole auch eine Drohung (“Deine Tage sind gezählt”) enthielt. Doch es wurde wiedermal klar, dass es nicht nur bei Drohungen bleibt, als der arme Bauer Roberto Pereira da Silca Pandolfi in der Region Nova Mutum-Paraná, nördlich von Rondonia, erschossen wurde.

Das jüngste Beispiel der Repression an Bauernfamilien von Corumbiara ist die erhöhte Militärpräsenz im Gebiet der Haciena Santa Elina, von einem zusätzlichen Flugzeug und zehn Militätlastwägen ist die Rede.

Diese Beispiele der Repression sind Teil der Kriminalisierungskampagne gegen den Kampf der armen und landlosen Bauern, deren Anliegen völlig gerechtfertigt und legitim sind. Es ist der Kampf um Land und somit um Leben – somit sollte er so breit als möglich Unterstützt werden!

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