Wichtige Solidaritätserklärung mit dem Camp Manoel Ribeiro durch kirchliche Organisation!

Wir veröffentlichen hier eine Solidaritätserklärung mit dem Kampf der Liga der armen Bauern (LCP) gegen das geplante Massaker, wie es vom Polizeioberst der Region, gemeinsam mit den politischen Stellen, Söldnertruppen und der Teilen der Armee vorbereitet wird. Diese kollektive Solidaritätsstellungnahme der Einrichtung „mensch&arbeit“ in Rohrbach (Oberösterreich) zeigt, dass auch in kirchlichen Kreisen die Unterdrückung der armen und landlosen Bauern nicht unwidersprochen bleibt und ist ein sehr wichtiger Beitrag in der Erweiterung und Ausdehnung der Solidaritätsarbeit. Wir bedanken uns ganz herzlich!

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Karikaturist Latuff in Solidarität mit der Liga der armen Bauern

Auch der international bekannte Karikaturist Latuff aus Brasilien solidarisiert sich mit dem Kampf der armen und landlosen Bauernbewegung. Viele kennen ihn von seinen Zeichnungen die sich kritisch zum Zeitgeschehen, vor allem gegen kriegerische Aggression, Unterdrückung und Ausbeutung richten. Proteste und Massenbewegungen bedienten sich seiner Bilder, die ohne große Worte ihre Anliegen zum Ausdruck bringen. Latuff zeigt aktuell klare Haltung gegen die Ermordung von Repräsentanten der Bauernbewegung in Brasilien, gegen die Unterdrückung und Kriminalisierung des gerechfertigten Kampfes um Land. Hier ein Einblick in seine Karikaturen dazu:

Linz: Flashmob vor dem brasilianischen Konsulat

Es freut uns, dass wir folgenden Bericht eines Flashmobs aus Linz erhalten haben:

Mit einer kurzen Rede, einem Transparent und Schildern wurde am 7. Mai in Linz ein Flashmob in Solidarität mit dem Kampf der armen Bauern in Brasilien durchgeführt. „Sie nahmen sich was ihnen zusteht“ stand auf einem der Schilder, das eine junge Aktivisten für die Aktion anfertigte. In Santa Elina begannen die blutigen Angriffe der Herrschenden Brasiliens. Im vergangen Jahr holten sich die armen und landlosen Bauern, die in der LCP (Liga der armen Bauern) organisiert sind, das Land zurück um es zu bewirtschaften und ihre Familien zu ernähren. Jetzt will die lokale Regierung, Hand in Hand mit den Großgrundbesitzern, ein Massaker begehen, genau wie vor 25 Jahren sollen die Bauern auf offener Straße erschossen und zu Terroristen erklärt werden.

Daher stehen wir heute, auch in Linz vor dem brasilianischen Konsulat, um unsere Solidarität mit der Bauernbewegung in Brasilien auszudrücken. Heute hat es teilweise sehr geregnet, wir waren eine kleine Gruppe, doch es wird nicht unsere letzte Aktion gewesen sein. Es gilt mit aller Kraft die armen Bauern in Brasilien zu verteidigen und das Massaker zu verhindern!“, sagte eine Teilnehmerin abschließend.

Keine Kriminalisierung der Bauernbewegung in Brasilien!

Lang Lebe die LCP!

Wien: Kundgebung “Verhindert das Massaker!”

Trotz Regensturm, Hagel und nur zeitweise ruhigem Wetter fand am Freitag, den 7. Mai, eine erste Kundgebung der Solidaritäs-Initiative Brasilien statt, um ein Zeichen gegen das drohende Massaker an der kämpferischen Bauernbewegung in Brasilien zu setzen. In unterschiedlichen Redebeiträgen wurde die Ablehnung gegenüber dem Großgrundbesitz und gegenüber der Ausbeutung des brasilianischen Landes durch ausländische Großkonzerne zum Ausdruck gebracht.

Que viva la LCP“, „Es lebe die LCP“ war laut in der gesamten Pestalozzigasse im 1. Wiener Gemeindebezirk zu hören, wo die brasilianische Botschaft ihren Sitz hat. Die „Liga der armen Bauern“ (LCP) ist eine kämpferische Bauernorganisation in Brasilien, die seit vielen Jahren für das Recht auf Land und die rechtmäßige Aufteilung des Landes unter den armen und landlosen Bauern eintritt. Daher besetzte sie Land von einem Großgrundbesitzer, um es von über 600 Familien in gemeinsamer Arbeit zu bewirtschaften. Diese Familien und die LCP organisierten zu diesem Zweck das „Camp Manoel Ribeiro“ am ehemaligen Land des Großgrundbesitzers. Dieses Camp soll nun durch Zusammenarbeit der Landesregierung mit der Militärpolizei und verschiedenen Söldnerbanden durch ein Massaker an den Bauern blutig niedergeschlagen werden. Doch das muss verhindert werden! „Der Kampf um Land ist kein Verbrechen“, wurde von einem Sprecher der Solidaritätsinitiative betont, „die Verbrecher sind die Großgrundbesitzer, und auch die Staaten der EU, die mit Hilfe des Großgrundbesitzes das fruchtbare Land in Westamazonien für billige Produkte ausbeuten.“ In einem weiteren Redebeitrag vom Vorsitzenden der FSG Innere Stadt, Martin Müllauer, wurde die Notwendigkeit der Solidarität betont und gegen die Profitinteressen der Großkonzerne die Legitimität des Kampfes der Bauern hervorgehoben. Ein Aktivist der „Antiimperialistischen Koordination“ (AIK) wies ebenfalls auf den Zusammenhang der auf Profit ausgerichteten Wirtschaftsinteressen der westlichen Länder und dem Leid der Produzenten in den Ländern des „globalen Südens“ hin. Leo Gabriel, langjähriger und bekannter Aktivist der Lateinamerika-Solidarität und Vorstandsmitglied des Weltsozialforums, wies auf die enorme Militarisierung des brasilianischen Staatsapparates hin, welche zum immer weiteren Abbau der demokratischen Rechte des Volkes führt. Redner der Gewerkschaftsinitiative „KomIntern“ und der Migrantenorganisation „Migrante Austria“ zeigten ihren festen Willen und Entschlossenheit die Solidaritätskampagne mit dem Kampf der armen Bauern in Brasilien zu unterstützen, die internationale Solidarität hoch zu halten und sich dafür einzusetzen, die Augen der Öffentlichkeit auf die grausamen Geschehnisse in Brasilien zu lenken. Im Namen der Solidaritätsinitiative wollen wir an dieser Stelle nochmals allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, allen Rednern unseren herzlichen Dank aussprechen!

Martin Müllauer, Vorsitzender der FSG Wien Innere Stadt

Leo Gabriel, Internationales Vorstandsmitglied des Weltsozialforums, Journalist und Anthropologe

Leo X. Gabriel, Politologe

Diese Kundgebung war ein erster wichtiger Schritt um auch in Österreich einen Beitrag dazu zu leisten, den Kampf der Bauernbewegung in Brasilien und ihrer Organisation der „Liga der armen Bauern“ zu unterstützen. Es zeigte sich, dass viele verschiedene Leute diesen Kampf unterstützen und sich dabei einbringen wollen – und es ihnen keineswegs egal ist, was in Brasilien gerade passiert. Dieser kraftvollen Solidaritätskundgebung werden noch weitere Aktionen folgen! Das wurde durch die schlimme Nachricht umso deutlicher, als wir im Verlauf des Nachmittags davon hörten, dass die Spezialpolizei des brasilianischen Staates am selben Tag ein Massaker mit mindestens 25 Toten in den Favelas von Rio, den Elendsvierteln der Stadt, anrichtete. Auch das zeigt, dass entschlossene Solidarität gegen die Repression und Unterdrückung der brasilianischen Bevölkerung dringend gefordert ist.

Morgen (Sonntag) veröffentlichen wir den Aufruf unserer Solidaritätsinitiative mit der Liste der Erstunterzeichnerinnen und Erstunterzeichner. Er kann gerne weiterverbreitet werden und es freut uns selbstverständlich sehr, wenn sich weitere Personen des öffentlichen Lebens bereit erklären wollen, diesen Aufruf zu unterzeichnen! In den folgenden Tagen werden außerdem noch Videos und Texte der Kundgebungs-Reden veröffentlicht.

Solidaritäts-Initiative Brasilien

Brasiliens blutiger Kampf um Land

Immer öfter werden Indigene wegen der Interessen der brasilianischen Agrarlobby angegriffen und vertrieben

derStandard, Susann Kreutzmann aus SÃO PAULO

“Plötzlich stürzte ich, war benommen”, erinnert sich Inaldo Serejo. Ein Verwandter habe ihn weggezogen. “Sie kamen hinter mir her, sie wollten mich töten.” Als der Führer des brasilianischen Indianervolkes der Gamela wieder zu sich kam, sah er, wie ein Angreifer einem Stammesmitglied die Hände abschneiden wollte. “Es war wie ein Lynchmord” , sagt Serejo noch sichtlich geschockt. Inzwischen wurde er operiert, eine Kugel traf ihn in den Kopf.

Drei weitere Mitglieder seiner Gemeinschaft sind noch im Spital, 33 Indigene wurden bei dem Angriff verletzt. Eine Gewehrkugel zerfetzte einen Lungenflügel von José Aldeli, bei seinem Bruder wurden beide Hände halb abgetrennt. Anderen Ureinwohnern wurden Beine und Knie durch Stockschläge gebrochen, berichtet das Landpastoral (Pastoral da Terra) nach dem blutigen Überfall auf das Volk im Amazonas-Bundesstaat Maranhão.

1500 gewaltsame Konflikte

Rund 200 von Großgrundbesitzern angeheuerte Schläger und aufgestachelte Landarbeiter hatten sich Ende April mit Mopeds zu den Hütten der Gamela aufgemacht. Laut Augenzeugenberichten war sogar eine Patrouille der Polizei in der Nähe, die aber nicht eingriff. Es war nicht das erste Mal, dass die Gemeinschaft brutal überfallen wurde. Landkonflikte werden in Brasilien immer grausamer ausgetragen.

Allein im vergangenen Jahr gab es landesweit mehr als 1500 solcher gewaltsamen Konflikte, wie das Landpastoral bestätigt. 61 Menschen kamen dabei um, in den vergangenen zehn Jahren wurden mehr als 600 Ureinwohner getötet. Mit am schärfsten sind die Auseinandersetzungen in Maranhão, dem ärmsten Bundesstaat Brasiliens.

Weit entfernt von Metropolen

Aber die brasilianischen Medien lenken selten die Aufmerksamkeit auf die Übergriffe, die weit entfernt von den Metropolen stattfinden. Die Behörden ermitteln ohnehin in den seltensten Fällen, meistens gehen die Täter straffrei aus. Dass es dieses Mal anders ist, liegt vor allem an den Indigenen, die beim Landpastoral und bei internationalen Organisationen Hilfe gesucht haben. Schnell wird klar, dass die Gewalt gegen die Gamela stellvertretend für eine Politik steht, in der die Ureinwohner Brasiliens jeglichen Schutz verloren haben.

Beobachter sprechen von einer angekündigten Tragödie. Vor mehr als zwei Jahren stellte der Stamm bei der Indigenen-Behörde Funai einen Antrag auf Rückgabe von Land, das in den 1980er-Jahren illegal von Großgrundbesitzern besetzt worden war. Doch bis heute ist nichts geschehen. Die Gamela entschlossen sich daraufhin, sich auf dem Land – rund 530 Hektar – mit 700 Familien anzusiedeln. Dabei vertrieben sie allerdings andere Kleinbauern, die mit dem Land ihre Familien versorgen mussten. Plötzlich standen einander arme Landarbeiter und Ureinwohner als unversöhnliche Feinde gegenüber.

Politik für Großgrundbesitzer

“Der Konflikt konnte nur so grausam werden, weil die Regierung nicht handelt”, sagt Cleber Buzatto, Generalsekretär des Indigenen-Missionsrats Cimi. Weder den Ureinwohnern werde ihr rechtmäßiges Land zurückgegeben noch gebe es eine Agrarreform für landlose Bauern. Die Agrarlobby stelle die größte Fraktion im Kongress und mache eine Politik für die Großgrundbesitzer. So werden Gesetze beraten, die die Schutzzonen für Indianergebiete aufweichen und Abholzungen im Amazonas ausweiten sollen.

Der Indigenen-Behörde Funai – laut Verfassung für den Schutz der Ureinwohner zuständig, die weniger als ein Prozent der brasilianischen Bevölkerung ausmachen – wurde von der neuen rechtsliberalen Regierung unter Michel Temer der Haushalt um 44 Prozent gestrichen. Damit ist sie de facto handlungsunfähig, wie ihr Chef Antônio Fernandes Costa betont. Nach dem Überfall auf die Gamela erneuerte der evangelikale Pastor seine Kritik – und wurde wenig später überraschend entlassen. “Das Agrarbusiness ist dabei, die Kontrolle zu übernehmen. Brasilien muss endlich aufwachen. Das Volk wird betäubt”, empörte sich Costa daraufhin bei einer spontan einberufenen Pressekonferenz.

“Brasilien durchlebt die kritischsten Momente seit seiner Demokratisierung”, sagt Márcio Santilli vom Instituto Socioambiental, der elf Jahre die Indianerbehörde Funai führte. Im vergangenen Jahr sei in keinem einzigen Fall Stammesland an die Ureinwohner zurückgegeben worden. “Die Regierung hat komplett versagt. Landkonflikte werden zunehmen”, sagt Santilli. (Susann Kreutzmann aus São Paulo, 16.5.2017)

Amazonas: Zwei Drittel der Regenwälder zerstört oder ausgedünnt

Laut der Organisation Rainforest Foundation Norway ist das Amazonasgebiet von der Zerstörung am stärksten betroffen.

Artikel aus der “Wiener Zeitung” vom 08.03.2021

Rund zwei Drittel des ursprünglichen tropischen Regenwaldes sind einer Studie zufolge von Menschen zerstört oder zumindest ausgedünnt worden. Damit verschlechtern sich die Aussichten im Kampf gegen den Klimawandel, wie eine am Montag vorgelegte Untersuchung der gemeinnützigen Organisation Rainforest Foundation Norway ergab. Je mehr Regenwald vernichtet werde, desto schwerer werde das Überleben der bestehenden Wälder, sagte Studienautor Anders Krogh. “Es ist ein beängstigender Kreislauf.” Der Regenwald ist ein wichtiger Kohlenstoff-Speicher und stabilisiert damit das Klima auf der Erde. Kroghs Erkenntnissen zufolge entsprechen die Einbußen in den Jahren 2002 bis 2019 einer Fläche, die größer als Frankreich ist.

Am stärksten zeigt sich der Studie zufolge die Entwicklung im Amazonasgebiet in Südamerika. Auf diese Region samt Grenzbereichen entfällt mehr als die Hälfte der weltweiten Regenwald-Zerstörung seit 2002. Hier trug vor allem der Ausbau von Landwirtschaft und Bergbau zur Abholzung bei. Deutlich verschärft hat sich der Trend zuletzt unter der Ägide des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro. Die zweitstärkste Rodungsaktivität findet auf Inseln in Südostasien statt, die vor allem zu Indonesien gehören. Hier müssen die Wälder zu großen Teilen Palmöl-Plantagen weichen. Auf Rang drei liegt das Kongobecken in Zentralafrika, wo neben der Holzwirtschaft der Ausbau des Agrarsektors seinen Tribut fordert.

Der Untersuchung zufolge wurden bislang 34 Prozent der Altbestände an tropischen Regenwäldern vernichtet. Weitere 30 Prozent wurden ausgedünnt. Das bedeutet, sie wurden entweder in Teilen abgeholzt oder ganz zerstört und dann wieder aufgeforstet. Die ausgedünnten oder komplett neuen Wälder aber können leichter Opfer von Bränden werden als die alten, wie Krogh ausführte.  (reuters)

Kundgebung: Verhindert das Massaker an den armen Bauern!

KUNDGEBUNG:

Freitag, 7. Mai 2021, 17 Uhr

Brasilianische Botschaft (Pestalozzigasse 4, 1. Bezirk)

Seit Ende März bereiten die Herrschenden in Brasilien ein neues Massaker an der armen und landlosen Bauernbewegung vor. Im Zentrum des geplanten Angriffs steht das Camp Manoel Rebeiro (Rondonia), eine Region in der schon 1995 ein grausames Massaker an den Bauern durchgeführt wurde.  

Das „Verbrechen“ das die Bauern vom Camp Manoel Rebeiro begangen haben ist sich das zu nehmen was ihnen zusteht um sich von Elend und Not zu befreien: Das Land! Die Bauernbewegung in Rondonia entwickelte enorme Anziehungskraft weit über die Grenzen der Region hinaus, und die lokale Regierung, die Großgrundbesitzer und ihre bewaffneten Söldner sind nun zu jedem Verbrechen bereit um den Widerstand der Bauern in Blut zu ertränken. Geleitet wird die Aktion vom Bürgermeister der Region Rondonia, Marcos Rocha, der gleichzeitig Oberst der Militärpolizei ist, sowie seinem Sicherheitsminister Cisneiro Pacha, der den Bauern noch allzu gut als „Schlächter von Santa Elina“ in Erinnerung ist.  

Wir erklären unsere Solidarität und wollen dieses geplante Massaker nicht unbemerkt vor der Weltöffentlichkeit stattfinden lassen. Das Anliegen der Bauernbewegung in Brasilien ist ein zutiefst demokratisches: die Aufteilung des Landes unter den Bauern und ein Ende des Großgrundbesitzes. Wir fordern ein unverzügliches Ende der Vorbereitungen dieses Massakers durch den Gouverneur von Rondonia, Oberst Marcos Rocha, und den Sicherheitsminister José Hélio Cysneiros Pachá, sowie den rechtmäßigen Verbleib der 600 Bauernfamilien auf dem Land des Camps Manoel Ribeiro.  

Demokratischer Aufruf gegen das geplante Massaker im Camp Manoel Rebeiro

Verhindert das Massaker an den armen Bauern!

Als demokratische Personen stellen wir uns entschieden gegen die Kriminalisierung des Kampfes der armen und landlosen Bauern um Land und erklären unsere Solidarität mit den kämpfenden Bauern Brasiliens und ihrer Organisation, der Liga der Armen Bauern (LCP).

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